Der Fingerzeig nach oben Links

Nach ca. 9 Kilometern zu Fuß und bei ca. 30 Grad Celsius hatte ich mir vielleicht etwas zu viel vorgenommen, aber geschafft – und als ich vor der Buchhandlung auf den Planken in den Quadranten stand, freute ich mich auf die Klimaanlage. Die gab’s leider nicht.
Da ich sonst immer angesprochen werde, ob mir geholfen werden kann, wenn ich nur gucken will, versuchte ich diesmal zielstrebiger auszusehen. Half aber nichts. Ich ölte wie sonst ‘was, und versuchte das Konzept der Buchhandlung zu erkennen, während Schweissperlen entweder genau in meine Augen tropften oder am unteren Brillenrand hängen blieben und lustig bei jeder Kopfbewegung hin und her wippten. Als ich erkannte, dass ich das Konzept mit dem von mir gesuchten Autor nicht verbinden kann, beschloss ich, meine Brille zu reinigen und eine Verkäuferin um Rat zu bitten. Mit frisch verschmierter Brille fragte ich eine Mitarbeiterin, die ich am Schild an der Brust erkannte, “Können Sie mir vielleicht helfen?”. Warum denn ‘vielleicht’? “Mein Name ist Lose, ich kaufe hier ein” hätte ich sagen sollen. Nachdem ich ihr den Namen des Autors verriet, ging sie schnurstraks zum Computer. Geschickterweise gibt es bei den Namensschildern in dieser Buchhandlung keinen Hinweis über den Status oder die Stellung. Aber als ich nach erneuter Reinigung meiner Brille mir nun drei Mitarbeiterinnen gegenüber sah, und die eine der älteren erklärte, dass Autor auch bei Autor eingetragen werden müsse, wußte ich, dass sie Trainee war. “Im ersten Stock, da, hinten”, sagte Trainee und ich fuhr mit der Automatik Treppe in den ersten Stock, wo ich direkt mein Buch fand. Beim Blättern im ausgepackten Probeband, fiel mir gleich eine Buchempfehlung auf der letzten Seite auf. Das musste ich auch haben.

Eiligen Schritts ging ich zum Tresen (im ersten Stock) und wollte vom Personal wissen, in welchem Regal ich nun das zweite Buch bekommen könne. Mein Fingertrommeln auf dem Tresen verhallte in diesem ruhigen Ambiente ungehört – zumindest vom Personal. Ich beschloß nun aktiv eine Verkäuferin zu finden. Auf dem Weg zum Erdgeschoß auf der Automatik Treppe las ich mir nicht den Buchrücken durch, sondern überlegte, wie wohl die Arbeitsschichten hier auf welchen Ebenen verteilt würden.
Der Trainee stand immer noch vor dem Computer und ich bedankte mich für die Auskunft und zeigte ihr kurz das erbeutete. Das zweite suchte sie mir auch sofort am Computer raus und deutete dann mit dem Finger in den ersten Stock.Der Fingerzeig nach oben Links
Im ersten Stock angekommen fand ich das Buch leider nicht, und auch keinen Menschen mit Schild. Nach einigen Minuten kam dann doch eine freundliche junge Dame und zeigte mir das Buch – ich nahm es und bezahlte beide Bücher an der Kasse. Glücklich mit zwei neuen Büchern vor der Tür wartete ich nun darauf, dass mir jemand den Weg nach Hause zeigte.

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