Wer haette das gedacht! Gerade erst die neue Scheibe Another Cup
nach knapp dreissig Jahren veroeffentlicht, kommt im Wonnemonat Mai 2009 die Neue raus: Sie heisst Roadsinger.
(1) Welcome home
zeigt den gleichen Katzenstefan, womit man stimmlich nicht unbedingt rechnen konnte. Doch bereits bei Another Cup hat er bewiesen, welchen musikalischen Faehigkeiten immer noch in ihm stecken. Dieses country-maessige Stueck wird Background-Chor untermalt und mit einem E-Gitarren-Slide-Solo zusammengeschweisst. (2) Thinking ’bout you
ist eine Liebeserklaerung, die die Natur in den Vordergrund ruecken laesst. Cat wird hier im Refrain von einer weiblichen Gesangstimme begleitet. (3) Everytime I dream
bietet neben den beiden Westerngitarren ebenfalls eine komplette Blaeserschaft. Tuba, Posaunen und Trompeten verstaerken den zweistimmigen Stefan-Refrain. Es gibt dem es ganzen Lied eine bedrohliche musikalische Schwere. (4) The rain
ist verhalten und beginnt und bleibt in Moll. Streicher unterbrechen die dramatische Geschichte, um dann mit einer Steeldrum beendet zu werden. Es geht um Regen, die Flut, Blut und dass alle so schlecht aussehen. (5) World o’ darkness
schliesst an der Stimmung von the rain an. Beim Zuhoeren ist mir aufgefallen, dass auf dem Cover ein alter Bulli (VW-Bus) zu sehen ist. Nur hat er kein VW-Zeichen an der Front, sondern ein Peace-Symbol. (6) To be what you must
beginnt in einer Art Kinderlied und erklaert, dass man aufgeben soll, was man ist. Ein sehr nachdenklicher und schoener Text, fuer den, der ihn versteht. ![]()
Nachdem eine weitere Stimme sich dem Reigen anschliesst, erscheint dann wie schon am Anfang erahnt der gesamte Kinderchor.
Bei (7) This glass world
hat sich ein angagierter Gitarrist eingeschlichen, oder er ist der Sohn vom Toningenieur und wurde nachtraeglich hinzugefuegt. (8) Roadsinger
wuenschte man sich auf der Strasse live zu erleben. “Wohin gehst du, wenn die Welt dunkel wird” singt Stefan immer wieder, und dann setzt das Schlagzeug ein, welches auch die Kinder auf ihren im Text erwaehnten Blechbuechsen haetten spielen koennen. Waehrend einer “Mmmmhhh”-Strophe von Cat spielt ein Fiedler seine Melodie drueber. Alles ist untermalt mit einem Schunkelbass, der gerne zum Schunkeln und Mitsingen einlaedt. Mit (9) All kinds of roses
holt er jeden Katzenstefanfan ab. Er klingt, als sei seit 1971 keine Zeit vergangen. Bei geschlossenen Augen kann man sogar Bilder vom Film “Harold and Maude” sehen. Dieses Stueck beginnt mit zwei Westerngitarren und endet mit einem Querfloetenton. Dazwischen hat er es mit eingaengigen wiederholenden Saetzen und einer tollen Melodie geschafft, ins naechste Lagerfeuer-Gesangsbuch aufgenommen zu werden. (10) Dream on (until)
beschaeftigt sich ebenfalls mit Duesterem, aber ein Saxophon erhellt den Stefangesang. (11) Shamisa
startet mit einem Klavier, welches anscheinend in einer grossen Halle steht. Es entbehrt den Gesang und dauert mit Geigen und Klavier kurze 1:29 Minuten. Mit den letzten drei Bonus Titeln endet das neue Album. Bei (12) All kinds of roses (Redroom Session)
spielt dieses Mal Cat alleine auf der Gitarre und singt dazu. Eine fast identische Version vom gleichen Lied Nummer 9, aber sehr schoen und eben eine einfachere nachspielbare Interpretation. Mit (13) The Wind (Redroom Session)
fuehlt man sich zu dem Album Teaser and the Firecat
zurueck versetzt, diese Version ist jedoch einfach gehalten und ebenfalls wie das Original auf knapp zwei Minuten beschraenkt. Beim letzten Stueck des Albums (14) Wild World (Redroom Session)
wird die erste Strophe anders als bekannt gesungen. In welcher Sprache, kann jeder selber herausbekommen! Die eigentliche Melodie ist gleich geblieben, während Cat das Tempo und einige Akkorde von Dur in Moll geändert hat. Es ist doch am schoensten, wenn der urspruengliche Interpret eine neue Version von seinem Stueck auf den Markt bringt.
Nachtrag: dieser Saenger heisst gar nicht Katzenstefan, sondern Yusuf Islam und seine Geschichte ist hier sehr gut dokumentiert.
Fazit: holen, hoeren, heiter sein.