Archiv für den Monat: März 2008

Ab zum Putzer und folge dem Stern

Ab und zu muss selbst der coolste Wagen zum Putzer. Damit der auch weiß, was ich gemacht haben möchte, habe ich ihm einen Zettel ins Handschuhfach gelegt, mit folgendem Inhalt:
Die Zierleiste vorne Links könnte festgemacht werden, den Stern von der Mittelkonsole bitte auf der Haube montieren, AU – ich wollte meinen Benz ummleden, doch ASU ist abgelaufen. TÜV konnte mir keine ASU geben, da Gemisch zu fett? Und einstellen konnte er nichts, da Mutter sich nicht lösen ließ. Also, kein Nummernschild, kein ASU, keine Grüne Plakette – würg!

– bei dem Benz sollte eine Inspektion gemacht werden, die bei 340.000 Km üblich ist. (Ölwechsel und Filterwechsel)
– Zusätzlich geht die Drehzahl beim Gasgeben runter, was vor ein paar Monaten nicht war !
– Das Lenkrad, also die Servo, könnte mal nachgesehen werden, die macht manchmal beim Kurbeln komische Geräusche (wie so ein Rohr mit Dornen drin und Reis, was einen Wasserfall nachahmt) 😉

Na, ob er das versteht?

Zehn Gebote für Klavierbesitzer

I
Du sollst dein Klavier nicht über Gebühr vernachlässigen und dann hoffen, es um ein Geringes restauriert zu erhalten.

II
Sprich nicht zu deinem Kaufherrn: Siehe, meiner Väter Vater zahlte vor viermal zwanzig Jahren zehn Scheckel für ein Klavier, und es ist besser als ein neues. Dass ihn nicht der Schlag rühre und sein Blut über dich komme.

III
Du sollst dein Klavier nicht in ein kaltes, feuchtes Gemach stellen, noch vor einen Dampfofen; denn siehe, auch ein Klavier ist nur aus Holz und Eisen und leidet bitterlich unter arger Misshandlung.

IV
Sprich nicht zu deinem Kaufherrn: Das Entgelt ist zu hoch. Sind nich auch Rennwagen und Sandalen kostbarer geworden als in alten Tagen?

V
Lege nicht die glimmende Kippe auf das Griffbrett, auf dass es dich nicht viele Silberlinge für neue Tasten und frischen Lack koste.

VI
Du sollst deinen Klavierhandwerker nicht verachten, noch ihn erhöhen; sondern gedenke, auch er ist in seiner Einfalt und Demut eines Menschen Sohn.

VII
Du sollst großen Argwohn tragen gegen jeglichen, der da spricht nach einigem Klimpern: Dieser Kasten taugt nicht, dass ich ihn richte, und dann eilig von hinnen zieht. Hege auch Argwohn, so einer redet: Wahrlich, dieses ist das schönste Instrument, das meine Augen gesehen haben. Denn beide reden falsch Zeugnis.

VIII
Habe Furch vor den Ohren deines Stimmers. Sprich nicht zu ihm: Ich nahm drei Fiedelstunden und erkenne nun, dass dieser Ton verstimmt ist. Dein Stimmer ist in seinem Handwerk erfahren und höret über alle Maßen gut.

IX
Du sollst nicht Achtung geben auf den, dessen Mund überfließt von Schmähungen über seine Fachbrüder im Umkreis dreier Tagesreisen. Sprich vielmehr in deinem Herzen: Wahrlich, es wäre besser, dieser wendete mehr Zeit auf sein Handwerk als auf üble Nachrede gegen seinen Nächsten.

X
Erlerne die Bedeutung der Wörter. „Stimmen“ heißt nicht „Restaurieren“. Und wenn du zu einem Stimmer sprichst: Komme zu mir am Mittwoch, wenn die Sonne am höchsten steht, so lass diese Stunde dich nicht beim Bader finden, noch beim Feilschen in Kaufhäusern; denn dein Stimmer geht nicht müßig und hat seine Zeit nicht im Überfluss.

War eine Beilage des Klavierstimmers vom Skylark Klavier.