Oper in vier Akten von Antonio Ghislanzoni
Personen:
Der König – Baß
Amneris, seine Tochter – Mezzosopran
Aida, äthiopische Sklavin – Sopran
Radames, Feldherr – Tenor
Ramphis, Oberpriester – Baß
Amonasro, König von Äthiopien, Aidas Vater – Bariton
Ein Bote, Peterchen – Tenor
Die erste Priesterin – Sopran
Priester, Priesterinnen, Minister, Hauptleute, Soldaten, Beamte, Sklaven und gefangene Äthiopier, ägyptisches Volk
Ort: Theben und Memphis
Zeit: Herrschaft der Pharaonen
Werkgeschichte
Der SToff zu dieser Pharaonenerzählung geht auf den Ägyptologen Edouard Mariette zurück. Die Librettogestaltung in französischer Prosa nahm Camille du Locle vor, die italienische Versformung besorgte Antonio Ghislanzoni (1824-1893), der erfolgreiche Bühnendichter. Die Oper selbst war von Ismael Pascha zur Eröffnungsfeier des Suezkanals in Kairo bestellt worden, wo man die italienische Oper pflegte. 1870 war die Komposition beendet. Die Uraufführung erfolgte ein Jahr später in Teatro dell’ Opera in Kairo und wurde zu einer mit viel Pomp aufgemachten Sensation. Die musikalischen Qualitäten haben dem Werk zu großer Verbreitung verholfen. Die deutsche Textfassung stammt von dem Dresdner Feuilletonisten Julius Schanz.
Handlung
Im Saal des Königspalastes zu Memphis verkündet der Oberpriester, daß der Heerführer gegen die aufsässigen Äthiopier bereits von der Göttin Isis bestimmt sein. Radames wünscht, daß auf ihn die Wahl fallen möge. Er liebt die Sklavin Aida, die er mit einem Sieg über die Feinde zu gewinnen hofft. Amneris, die Radames liebt, ahnt, daß Aida ihre Rivalin ist. Radames sucht sich ihr zu entziehen. Der König verkündet, daß Isis Radames als Feldherrn bestimmt habe. Aida ist verzweifelt, denn sie liebt Radames, der nun als Feldherr gegen ihren eigenen Vater ziehen wird.
Im Tempel empfängt Radames die geweihten Waffen zum Kampf. Amneris sucht zu erfahren, welche Gefühle Aida bewegen. Als sie die Sklavin mit der Nachricht vom Tode des Radames täuscht, spürt sie, wie stark Aida den jungen Feldherrn liebt. Sklavin und Königstochter sind Rivalinnen geworden. Amneris fordert den Geliebten für sich. – Der siegreiche Radames wird festlich empfangen. Der König verspricht, ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Bei der Vorführung der Gefangenen umarmt Aida ihren Vater, der sich aber den Ägyptern nicht als König der Äthiopier zu erkennen gibt. Radames gelingt es, den Gefangenen die Freiheit zu erwirken. Nur Aida und ihr Vater sollen als Gewährsleute zurückbleiben. Der König gibt dem Sieger seine Tochter und sichert ihm die Thronnachfolge zu. Amneris triumphiert, Aida ist verzweifelt.
Priester verbringen mit Amneris die Nacht im Isistempel am Ufer des Nil. Aida wartet am gleichen Ort auf Radames. Doch vorher erscheint ihr Vater. Er will sie verfluchen, wenn sie Radames nicht zur Flucht verleitet und zum Verrat der Stellungen des ägyptischen Heeres zu bewegen vermag. Radames gesteht in Liebe alles. Als Amonasro hinzutritt und sich als Äthiopierkönig zu erkennen gibt, bereut er zutiefst seinen Vaterlandsverrat. Als Amneris mit den Priestern aus dem Tempel tritt, gelingt es Amonasro und Aida zu entfliehen. Radames läßt sich gefangennehmen.
Saal im Königspalast. Amneris will Radames retten, wenn er sie liebt. Doch vergebens. Die Priester verkünden seinen Tod. Er soll in unterirdischem Gemach lebendig eingemauert werden. – Der obere Teil der Bühne bildet den Tempel mit dem Eingang zur Gruft. Die Priester haben diesen mit einem Stein verschlossen. Radames gedenkt in Liebe Aidas. Sie aber hat sich heimlich mit in das Grab einmauern lassen. Gemeinsamer Liebestod beschließt ihr ergreifendes Schicksal.